Wenn es in chemischen oder pharmazeutischen Anlagen zu Maschinenstillständen kommt, kann dies Ausfälle von bis zu mehreren Wochen zur Folge haben: Chargen müssen entsorgt und die Anlage selbst vollständig gereinigt werden, bis der Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Gerade in solch kritischen Anwendungsbereichen ist die Systemredundanz ein entscheidender Faktor, um ungeplante Stillstände und damit einhergehende Kosten zu verhindern. Deshalb ist der Kommunikationsmechanismus der neuen IO-Link-Master mit S2-Redundanz so ausgelegt, dass eine zusätzlich verbundene speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) im Falle eines steuerungsbedingten Ausfalls automatisch die Prozesskontrolle übernimmt. So lässt sich ein reibungsloser Ablauf sicherstellen, ohne dass die Produktion beeinträchtigt wird.
In kritischen Anwendungen werden sowohl die Sensorik als auch die Versorgung redundant ausgelegt, sodass unterbrechungsfreie Prozesse jederzeit gewährleistet sind. Für die Steuerung – eine bislang häufig nicht redundant ausgelegte Komponente – wurde die sogenannte S2-Redundanz entwickelt: Mithilfe dieser Funktion lassen sich gleich zwei speicherprogrammierbare Steuerungen an ein PROFINET-Gerät anschließen, welches die S2-Redundanz unterstützt. Die Primärsteuerung dient der zyklischen Kommunikation, während die Sekundärsteuerung im Hintergrund mitläuft und im Fehlerfall die Kommunikation übernimmt. Dabei werden alle Parameter entsprechend vorgehalten, sodass ein Umstieg im Millisekundenbereich und ohne Unterbrechung der laufenden Prozesse erfolgen kann. Basis für den lückenlosen Übergang ist ein redundanter Synchronisationsmechanismus, der zwischen beiden Steuerungen etabliert wird.
Die neuen IO-Link-Master der Serie ICE1 mit S2-Redundanz lassen sich problemlos in unterschiedliche Anlagen einbinden. Neben der erhöhten Ausfallsicherheit profitieren Anwender von einer umfangreichen IO-Link-Diagnosefunktion bis in die unterste Feldebene. So lassen sich Prozesse und Diagnosen transparent abbilden, sodass Wartungsaufgaben vorausschauend geplant werden können. Im Vergleich zu konventionellen I/O-Modulen, die deutlich anfälliger gegenüber Chemikalien sind, besitzen die ICE1-Master ein besonders unempfindliches Gehäuse aus Zink-Druckguss. Auch aufgrund des erweiterten Temperaturbereichs ergeben sich für die robusten Module vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Chemie und Pharmazie.
Dank des L-kodierten M12-Steckers wird die Strombelastbarkeit der Module maßgeblich erhöht, sodass sich eine Leistungssteigerung von mehr als 70 % erzielen lässt. Dies ermöglicht zudem die Nutzung von stärkeren Netzteilen, sodass sich gleich mehrere Module in Reihe schalten lassen – das spart Zeit und Kosten bei der Installation.